Neue EU-Richtlinie mit Auswirkungen auf deutsche Energieausweise

EU-Kommission sowie der Europäische Rat und das Europäische Parlament haben sich auf den Inhalt einer neuen Richtlinie zum Energieeffizienz von Gebäuden geeinigt. Die neue EU-Richtlinie wird sich in zweierlei Hinsicht auf die deutschen Regelungen zum Energieausweis auswirken.

So fordert die Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ) die Bundesregierung auf die Ausstellung von Online-Energieausweisen zu verbieten.
Fachleute bemängeln schon lange die oftmals fehlerhafte Ausstellung von Energieverbrauchsausweisen aus dem Internet. Diese nach online verfügbaren Fragebögen erstellten Ausweise entsprechen häufig nicht den gesetzlichen Vorgaben und sind damit ungültig.

So hat unter anderem die Verbraucherzentrale Nordrheinwestfalen Online-Ausweise getestet. In diesem Test wurden 29 Ausweise ausgewertet von denen zwölf Ausweise sich als formal „mangelhaft“ erwiesen und 18 Rechenfehler enthielten.

Außerdem fordert die neue EU-Richtlinie, dass Käufern und Mietern zum Abschluss eines Kauf- oder Mietvertrages der Energieausweis des Gebäudes zu übergeben ist. Nach geltendes Recht müssen Verkäufer und Vermieter den Ausweis nur auf Anfrage vorlegen. Die Energiekennwerte nach der neuen EU-Gebäuderichtlinie auch bei der Veröffentlichung von Wohnungsanzeigen und in Immobilienportalen öffentlich darzustellen. Ziel ist es, potenzielle Käufer und Mieter umfassend und frühzeitig über den energetischen Zustand der Immobilie aufzuklären, um bei ihrer Kauf- oder Mietentscheidung die Aussagen über die Energieeffizienz des Hauses und somit die Höhe künftiger Heizkosten berücksichtigen können.

Durch den Deutschen Mieterbund wurden die verschärften Regelungen für Energieausweise ausdrücklich begrüßt. Es wird vor allem die Wichtigkeit hervorgehoben, dass Hauseigentümer bereits in Wohnungsanzeigen oder auf Immobilienportalen Angaben zum Energiebedarf der Gebäude zu veröffentlichen hat. Der unter schwedische Ratspräsidentschaft vermittelte Kompromiss von EU-Parlament und der Kommission zur Neufassung der Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden wurde durch die EU-Mitgliedstaaten einhellig begrüßt.

Die neue Richtlinie muss vor dem Inkrafttreten noch im Europäischen Parlament verabschiedet und durch die nationalen Parlamente ratifiziert werden. Den EU-Ländern bleiben dann noch zwei Jahre Zeit (bis spätestens 2012) zur Umsetzung der Vorgaben der EU-Richtlinie in nationales Recht.