SEPA: Bargeldloser Zahlungsverkehr in Europa

Mit der Währungsunion und der damit verbundenen Einführung des Euro im Jahr 2002 wurde der Grundstein für einen europäischen Zahlungsraum gelegt, denn seit dem ist es wesentlich einfacher, Zahlungen innerhalb der EU durchzuführen.

Das neue Zahlungssystem SEPA (Single Euro Payments Area) soll nun auch einheitliche Prozeduren bei wichtigen finanziellen Transaktionen wie Überweisungen, Abbuchungen und Kartenzahlungen garantieren. Auf diese Weise werden also national unterschiedliche technische Standards im Zahlungsverkehr hinter sich gelassen und es wird ein einheitliches System installiert.

SEPA sorgt damit nicht nur für den einheitlichen Zahlungsverkehr, sondern ermöglicht es den nationalen Banken auch, Kunden in ganz Europa zu gewinnen. So wird es künftig kein Problem mehr sein, als deutscher Staatsbürger mit ständigem Wohnsitz in der Bundesrepublik Kunde eines französischen Bankinstitutes zu werden. SEPA-Überweisungen sollen es möglich machen, innerhalb von 3 Tagen Geld innerhalb der EU auf ein beliebiges Bankkonto überweisen zu können. Als Kontobezeichnungen werden dann EU-weit einheitlich die IBAN und der BIC gelten, mit denen man eine Bank auf der ganzen Welt eindeutig identifizieren kann.

Die SEPA-Lastschrift soll darüber hinaus die Möglichkeit schaffen, europaweit Lastschriftaufträge zu erteilen. Im Vergleich zum bisherigen deutschen Prozedere ändert sich nicht allzu viel, jedoch sollen die Fristen etwas verschärft werden, so dass die Lastschriftaufträge bei SEPA früher vorliegen müssen, um rechtzeitig durchgeführt werden zu können. Umfangreiche Widerspruchsrechte gegen eine Lastschrift wird es natürlich auch weiterhin geben, da sie als ein wichtiges Sicherheitselement angesehen werden.

Die dritte große Komponente des SEPA Verfahrens sind die Kartenzahlungen, die ebenfalls europaweit harmonisiert werden sollen. In diesem Bereich sind die Entwicklungen jedoch noch in einem relativ frühen Stadium, so dass wirklich konkrete Aussagen kaum getätigt werden können. Wichtig dürfte in diesem Zusammenhang sein, dass man in Europa das EMV-System nutzen möchte, welches bei allen Zahlungskarten einen Sicherheitschip und einen PIN benötigt, damit die entsprechende Karte nutzbar ist.

SEPA-Überweisungen werden höchstwahrscheinlich bereits Anfang 2009 flächendeckend möglich sein, wohingegen die Ergebnisse im Bereich Lastschriftverfahren und Kartenzahlungen wohl erst im November 2009 umgesetzt werden, wenn die EU-Richtlinie in das Recht der einzelnen EU-Staaten integriert worden sein muss. Man darf gespannt sein, wie die konkrete Entwicklung dann aussehen wird.