Einlagensicherung innerhalb der EU

Die Einlagensicherung wird im Zuge von schlechten wirtschaftlichen Nachrichten wie der Finanzkrise immer wichtiger und beschäftigt dementsprechend viele Anleger.

Dabei betrifft die Einlagensicherung lediglich Kontoguthaben und Spareinlagen von Bankkunden wie Festgeld- oder ein Tagesgeldkonto, wohingegen Wertpapiere dieser Sicherung in der Regel nicht unterliegen. Innerhalb der EU wurde eine Richtlinie zur Einlagensicherung erlassen, die zwar ein gewisses Maß an gesetzlicher Einlagensicherung vorschreibt, den einzelnen Mitgliedsstaaten jedoch jede Menge Gestaltungsfreiraum lässt. In Deutschland erstreckt sich die gesetzliche Einlagensicherung beispielweise nur auf 20.000 Euro, die zu 90% abgesichert werden, falls ein Bankinstitut Insolvenz anmelden muss.

In anderen EU-Ländern ist die Einlagensicherung jedoch viel höher, wobei vor allem Italien mit einer hundertprozentigen Absicherung von bis zu 103.000 Euro als sehr anlegerfreundlich hervorsticht. Auch Frankreich verfügt mit einer Absicherung von bis zu 70.000 Euro in voller Höhe über eine sehr wirksame gesetzliche Einlagensicherung. Hier eine kleine Übersicht über die jeweilige gesetzliche Einlagensicherung der Mitgliedstaaten innerhalb der europäischen Währungsunion:

Belgien: 20.000 Euro (Garantie: 100%)
Dänemark: 40.000 Euro (Garantie: 100%)
Deutschland: 20.000 Euro (Garantie: 90%)
Finnland: 25.000 Euro (Garantie: 100%)
Frankreich: 70.000 Euro (Garantie: 100%)
Griechenland: 20.000 Euro (Garantie: 100%)
Großbritannien: 22.222 Euro (Garantie: 90%)
Irland: 20.000 Euro (Garantie: 90%)
Italien: 103.000 Euro (Garantie: 100%)
Luxemburg: 20.000 Euro (Garantie: 90%)
Niederlande: 40.000 Euro (Garantie: 100%), für Beträge zwischen 20.000 und 40.000 Euro 90% garantiert.
Österreich: 20.000 Euro (Garantie: 100%)
Portugal: 25.000 Euro (Garantie: 100%)
Schweden: 25.000 Euro (Garantie: 100%)
Spanien: 20.000 Euro (Garantie: 100%)

Die Einlagensicherung in Deutschland bietet neben dem gesetzlichen Teil jedoch auch noch den Einlagensicherungsfonds, der Bankeinlagen mit bis zu 30% des relevanten Eigenkapitals unterlegt und damit die Einlagensicherung oftmals auf das Niveau eines dreistelligen Millionenbetrages anhebt. Eine solch zusätzliche und beträchtliche Einlagensicherung können andere EU-Staaten oftmals nicht aufbieten, weshalb die Absicherung Deutschlands innerhalb der EU als äußerst vorbildlich und wirkungsvoll eingestuft wird.

In Deutschland schütz die gesetzliche Einlagensicherung auch neben Nichtbankeneinlagen in Festgeld oder auf dem Tagesgeldkonto auch sonstige Spar-, Sicht und Termineinlagen sowie Sparbriefe, die auf den Namen des Kunden lauten. Nicht geschützt sind hingegen Inhabereinlagenzertifikate und Inhaberschuldverschreibungen sowie sonstige Verbindlichkeiten, über die Inhaberpapiere durch die Bank ausgestellt werden.