Bulgarien

Bulgarien ist erst seit dem 1. Januar 2007 Mitglied der EU und hat noch seine eigene Währung, den Lew. Die Republik in Südosteuropa hat 7,6 Millionen Einwohner, die zu 85% orthodoxe Christen sind. Die Minderheit setzt sich zu 13% aus Muslimen, zu 10% aus Türken und zu 3% aus Roma zusammen. Die Amtssprache ist bulgarisch; gesprochen wird aber auch türkisch, romani und armenisch.

Bulgarien hat eine Fläche von 111.910 km2. Im Osten bildet das Schwarze Meer die natürliche Grenze, im Norden grenzt es an Rumänien, im Westen an Serbien und Mazedonien, im Süden an Griechenland und an die Türkei. Der Norden wird durch die Donauebene geprägt, der Süden durch Hochebenen und Bergland. Von den Gebirgen ist das Balkangebirge, das der Balkanhalbinsel den Namen gab, das bekannteste. Es bildet die natürliche Grenze zu Serbien. Über viele Pässe kann das Gebirge mit den abgerundeten Bergspitzen, das nach Süden steil abfällt, überquert werden.

Bulgariens Hauptstadt Sofia besteht seit über 5.000 Jahren. Neuere archäologische Funde lassen sogar ein noch höheres Alter vermuten. Mit mehreren Theatern und Museen, Universitäten und antiken Bauwerken ist Sofia das kulturelle Zentrum des Landes.

Die bulgarische Geschichte liest sich wie ein Weg von Ost nach West. Nach einem Ersten und Zweiten Bulgarischen Reich wurde das Land im 14. Jahrhundert vom Osmanischen Reich erobert. 200 Jahre später begann sich der erste dauerhafte Widerstand zu formieren. Nach nochmals über 200 Jahren feierte Bulgarien seine nationale Wiedergeburt. Auch Bulgarien konnte sich weder dem Ersten noch dem Zweiten Weltkrieg entziehen. Bevor das Land zur Neutralität zurückkehrte, fiel es in das Einflussgebiet der Sowjetunion. Als diese zerfiel, begab sich Bulgarien auf den Weg zur Demokratie und beantragte bereits 1995 den Beitritt zur EU.

Dank der geografischen Lage und der abwechslungsreichen Landschaft bietet Bulgarien ein breites touristisches Angebot. Die Schwarzmeerküste lädt mit ihrem Mittelmeerklima zu Badeferien ein. Über 800 natürliche Thermalquellen schenken dem Besucher Gesundheit und Wellness und lassen ihn neue Kraft schöpfen. Touren in die ländlichen Gebiete und in die Nationalparks vermitteln einen unmittelbaren Eindruck in den biologischen und landschaftlichen Reichtum des Landes. Dabei lernt der Besucher auch das handwerkliche Geschick, die Liebe zur Volksmusik und die Gastfreundschaft der Bulgaren kennen. Historische Gräber und Klöster sowie ein Nationalpark figurieren auf der UNESCO-Liste des Weltkultur- und Weltnaturerbes.

Elias Canetti, Nobelpreisträger für Literatur, Julia Kristeva, Philosophin, und Christo (Javachev), der Schöpfer aussergewöhnlicher Objektkunstwerke, gehören zu den bulgarischen Berühmtheiten.