Estland

Estland ist der nördlichste der baltischen Staaten. Das im Osten gelegene Land ist durch die Ostsee im Westen und dem Finnischen Meerbusen im Norden sehr natürlich abgegrenzt. Im östlichen Teil liegt die Landesgrenze zu Russland, im Süden befindet sich Lettland. Es bestehen enge Beziehungen zu Finnland. Estland ist überwiegend flach und von zahlreichen Inseln und Seen geprägt.
Estland hat 1,34 Millionen Einwohner, davon leben etwa ein Drittel im Großraum Tallinn. Die Titularnation der Esten stellt 69 % der Gesamtbevölkerung.

Seit 1252 wurde die Region von zahlreichen fremden Nationen regiert. Von den Dänen, Deutschen, Schweden, Polen und zuletzt von Russen.
Estland war von 1918-1940 eine selbständige Republik. Danach wurde es bis 1991 von der UdSSR annektiert. Im September 1991 wurde Estland eine unabhängige parlamentarische Republik.
Die Hauptstadt ist Tallinn (Reval) mit ca. 397.000 Einwohnern. Es ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte Europas.

Die Esten bekennen sich in ihrer Mehrheit zu der evangelisch-lutherischen Glaubensrichtung. Es gibt aber eine starke Minderheit, die der russisch-orthodoxen Kirche zugewandt ist.

Die estnische Sprache weist Ähnlichkeiten mit dem Finnischen auf. Es ist seit 1993 die offizielle Staatssprache. Allerdings wird die russische Sprache von vielen russischstämmigen Esten immer noch bevorzugt.

Seit dem 1.5.2004 ist Estland Mitglied der EU. Durch eine Umorientierung auf die westlichen Märkte gibt es inzwischen eine hohe Wachstumsrate zwischen 5 und 7 % des Bruttoinlandsprodukts. Ein liberales Steuersystem und die konsequente Einhaltung der EU-Richtlinien, verbunden mit der guten geographischen Lage, haben zu beachtlichen ausländischen Direktinvestitionen geführt. Exporte gehen zu über 70 % in den EU-Raum. Unter anderem Maschinen und Anlagen, elektronische Produkte, aber auch Holz oder Textilien. Der Tourismus macht inzwischen 15 % des estnischen Bruttoinlandsproduktes aus.

Mit der Renovierung alter, aber auch dem Bau neuer touristischer Einrichtungen heißt Estland seine ausländischen Gäste willkommen. Größere Städte haben eine gute Infrastruktur. Aber auch in abgelegenen Gegenden gibt es inzwischen einen zufrieden stellenden Standard. Es kommen jährlich mehr als eine Millionen Kurz- oder Langzeiturlauber. Vor allem Finnen kommen gerne in das schöne Land an der Ostsee.
An der Nordküste mit seiner klarer Luft, den schönen Sandstränden, Granitfelsen und einer imponierenden Steilküste ist ein nennenswerter Erholungseffekt angesagt.
Wer gerne Radtouren oder ausgedehnte Wanderungen unternimmt, ist in den Wäldern oder Hochmooren und dem buchtenreichen Küstenstreifen bestens aufgehoben.
Die Weite der Heideflächen mit ihren Wacholdersträuchern ist eine wahre Augenweide. Hier findet man fast noch unberührte Natur. Auf den großen estnischen Inseln stehen wunderschöne hölzerne Bock-Windmühlen und mittelalterliche Wehrkirchen aus dem 13. Jahrhundert.